Samstag, 2. Februar 2013

Das FACE Projekt und seine Helfer


Heute beginnt eine neue Runde in dem "face Projekt". Prof Li , Prof Hölzle , Dr. Siegert, Dr. Godewer und einige Kollegen kommen einmal im Jahr und operieren in einer Woche ca 60-100 Kinder vor allem mit Spalten. Dies können nur Gaumenspalten, wie bei dem Kind oben sein, oder auch Lippen-Kiefer-Gaumen Spalten, wie bei dem Kind unten.  


Dieses Kind ist die Zwillingsschwester von einem Jungen. Sie wiegt nach einem Jahr nur die Hälfte von Ihrem Bruder. Die Unterernährung durch erschwerte Nahrungsaufnahme ist aber nur ein Problem. Häufig kommt es zur Dämonisierung der Kinder. Nicht wenige werden umgebracht. Bei durchschnittlich 6.9 Schwangerschaften, die eine Frau hier hat wird der Verlust wohl als kleiner empfunden.



In den letzten Wochen haben die beiden Klinikleiterinnen Gudrun Lehmbeck und Beatrice Weigelt wieder Radiospots auf Langwelle schalten lassen, so dass bereits zum 9 ten Mal über dieses Projekt informiert wurde. In den letzten Tagen haben wir hunderte von Patienten vorausgewählt. Dabei kommen viele Patienten, für die hier im Moment nichts getan werden kann, mit zum Teil grausamsten Erkrankungen, wie zum Beispiel dieser Tumor am Fuss. Viele Familien machen sich auch aus dem Senegal, Burkina Faso und Mali auf den Weg. Im Umkreis von 2000km gibt es keine vergleichbaren OP Möglichkeiten.




Freitag, 1. Februar 2013

Zwei starke deutsche Frauen


Gudrun Lehmbeck aus Lüneburg, kümmert sich seit 2003 in Gambia. Sie ist ausgebildete Lehrrettungsassistentin und Flugrettungsassistentin. Gudrun hat den Werksschutz bei Airbus in Finkenwerder ausgebildet.  Anschliessend ging sei für den ASB nach Syrien und hat im Irak Krieg 1 und 2 im Irak gearbeitet. 

Beatrice Weigelt ist seit Ewigkeiten hier in Gambia. Die ehemalige Lehrerin hat ihre Tochter hier in Gambia aufgezogen. 

Die Aufgabenverteilung ist eindeutig. Beatrice kümmert sich um das Personal und den administrativen Teil der Klinik, während Gudrun sich in den Behandlungszimmern, um einen reibungslosen Ablauf kümmert.

Der ASB schiebt solche Projekte immer an und erklärtes Ziel ist es das fertige laufende Projekt irgendwann den Einheimischen zu übergeben. Vor der Weltwirtschaftskrise war es fast soweit. 90 % der Ausgaben konnten aus den Einnahmen gedeckt werden. Leider ist die Quote seitdem wieder geringer. Jedoch ist der Hilfsanteil aus dem Topf des ASB nur noch minimal. Das Defizit wird zum Teil aus der Zahnstation ausgeglichen. 
Über 40 Mitarbeiter ( vorwiegend Frauen ) wurden vor 2 Jahren gefragt, ob sie bereit wären das Projekt zu übernehmen. Sie lehnten ab. Wohl aus gutem Grund. Auch wir kennen mittlerweile etliche Projekte, die hier gescheitert sind. Die Kraft, die diese beiden Frauen in dieses Projekt stecken ist enorm. Trotzdem ist es die große Hoffnung in einigen Jahren das Projekt in die Hände der Einheimischen zu übergeben und es nur noch zu begleiten, ohne, dass es stirbt.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Ein Erlebnis - Fischmarkt von Bakau


Abends gegen 4-5 Uhr kommen die Fischer vom Meer zurück. In schmalen Booten meistens mit Außenbordern, vereinzelt auch mit Rudern sind sie den ganzen Tag auf dem Atlantik. Die schwierigen Passagen sind die ersten Meter der Brandungszone. Gefangen werden große Atlantikfische. Ladyfish ist am häufigsten. Einige unserer Seevetaler Patienten kennen diese Fischart von Angesicht zu Angesicht aus Zimmer 4 :-). Ein buntes Gewusel von Menschen entlädt die Boote, filiert die Fische verkauft sie weiter an Restaurants und Händler.
Vor Jahren hat die EU ein Hilfsprojekt für die Fischer initiiert.Um das Entladen der Boote zu vereinfachen wurde eine Pier aus Stahl und Holz in das Meer heraus gebaut. Am Ende der Pier sollten zwei Kräne das Anheben der Fischkisten ermöglichen. Kleines Problem an dieser Idee. Bis mit der neuen Methode zwei Fischkisten angehoben wurden, hatten die ins Wasser watenden Gambianer schon ein ganzes Boot mit 20 Kisten entladen.
Nach einer gewissen Schamfrist haben die Gambianer das Holz demontiert und zum Räuchern der Fische verwendet. Ein Stahlskelett, welches ins Meer ragt erinnert daran. Viele solcher nett gemeinter Versuche begegnen uns hier immer wieder.
Ansonsten ist dieser Fischmarkt sehr vital. Vom Balkon eines Restaurants oberhalb kann man das Treiben wunderbar beobachten.
Der Fischfang ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Gambias. Der Präsident hat allerdings die Fischfangrechte der nicht so küstennahen Gewässer an die Japaner verkauft. Nach sonnenuntergang sieht man die Positionslichter eines Trawlers mit langen Schleppnetzen die Küste auf und ab fahren. Die Fischer beklagen ständig geringer werdende Fänge.

Dienstag, 29. Januar 2013

Sex Tourismus

"Bumster" werden die muskelgestählten jungen Männer genannt. Sie tauchen überall dort auf, wo es Touristen gibt. Meist sind sie eine Plage, da sie sich ungefragt und mit großer Hartnäckigkeit als Reiseführer, Begleiter oder Unterhändler an Souvenirständen anbiedern, diese "nervende" Erfahrung haben auch wir in den letzten zwei Jahren machen dürfen- kein Abendspaziergang oder Restaurantbesuch ohne "Bumster Attacke".

In vielen Fällen sind ihre Dienste jedoch erwünscht und die Begegnung mit ihnen der einzige Zweck der Reise an die Küste Gambias.
Eigentlich Prostitution- jedoch fällt dieses Wort hier in Gambia nicht, da die Bumster keine direkte Bezahlung für den Sex erhalten. Die Frauen zahlen in der Regel das Hotel, das gemeinsame Essen, kaufen Kleidung oder andere Dinge. Sie finanzieren den Bumster ein Leben, welches für sie im normalen Leben unerreichbar wäre. Es gibt ein Restaurant in Touristenort Senegambia "Alibaba", wo man dieses "bunte" Treiben jeden Abend bis in die frühen Morgenstunden im Hinterhof beobachten kann.


Ein Flugticket nach Europa, dass ist das Ziel eines jeden Bumsters. Jedoch enden die meisten "Beziehungen" am Flughafen von Banjul- entweder für immer oder bis zum nächsten Urlaub, auch dieses konnten wir schon "beobachten" ......

Samstag, 26. Januar 2013

Cleaning Day - eine Innovation auch für uns??

Heute ist unser erster Tag in Afrika. Es ist ziemlich kalt (24 Grad) und trotzdem Trockenzeit ist sind wir nass geworden. Der Präsident hat unser Engagement etwas gebremst. Das Leben im Land steht. Denn gestern hat der Präsident mal wieder einen Cleaning Day ausgerufen. Es blieb uns nichts als unseren Einsatz etwas später zu beginnen. 


Der "Cleaning day" ist für gewöhnlich der letzte Samstag eines jeden Monats.

An diesem Tag ist es privaten Autos, Taxen und Bussen in der Zeit von 9.00-13.00 verboten, auf den Straßen zu fahren. Auch sind Märkte und Geschäfte während dieser Zeit geschlossen.
Diplomatenfahrzeuge sowie Fahrzeuge der NGO oder der Regierung sind von dieser Regelung nicht betroffen.

In dieser Zeit sind die Einwohner Gambias angehalten, für Ordnung und Sauberkeit in ihren Häuser und außerhalb ihrer Hauses zu sorgen. 
Der Cleaning Day wird erst am Tag zuvor angekündigt. Heute ist wieder so weit. In diesem Monat ist es schon der dritte Cleaning Day. Man stelle sich vor wir hätten so etwas in Deutschland. Das ganze Land steht und jeder macht vor seiner Haustür sauber. 
Prinzipiell eine tolle Idee. 
Das Bild ist ein Vorher/Nachher Bild ;-)

Donnerstag, 24. Januar 2013

Morgen geht es los....

Flugzeug des Präsidenten
Morgen früh um 7.00Uhr geht es los.
Mit CONDOR von Hamburg via Frankfurt nach Banjul.
Um 22.00Uhr werden wir in Banjul/Gambia landen und freuen uns alle uns vertrauten Personen wieder zu sehen.


Letzter Check

alle Koffer sind gepackt
alle Materialien & Medikamente verstaut
Unterkunft gebucht 
Reiseunterlagen und Pässe gültig
Unterlagen für Arbeitserlaubnis eingesteckt
Flüge eingecheckt

Jetzt heißt es:

Goodbye Deutschland and welcome to the gambia ;-)






Mittwoch, 23. Januar 2013

Die Klinik in Bildern

Öffnungszeiten der Klinik

Die Klinikfahrer Alasana und Fax
Schlange stehen vor Kliniköffnung- es werden keine Termin vergeben, sie würden nicht eingehalten werden. Patienten warten, zumeist geduldig, auf ihre Behandlung. Dieses kann auch mal 4-6 Stunden dauern
Wir dachten immer nur Text und wenig Bilder sei Langweilig!

Daher heute Bilder und Impressionen von der Klinik und seinen Menschen

Viel Spass :-)
In diesem Gebäude befindet sich im unterem Teil die Geburtenstation. es sind dort zwei Betten und alle notwendigen Medizinischen Geräte untergebracht- z.B. Brutkasten. Da die afrikanischen Frauen nach der Geburt max. nur für ein paar Stunden in der Klinik bleiben, reicht dieser Platz aus. Die Geburtenrate der Klinik liegt bei ca. 120 Kindern pro Monat


Blick über die Klinikmauern hinweg....
Über den Dächern der Klinik- kleines Häuschen mit schwarzer Tür ist das WC der Angestellten
Über den Dächern der Klinik- schwarze Tonne ist der Wasserspeicher der Klinik- dieser wird über nach gefüllt und steht für den nächsten Tag für die Klinik zur Verfügung
Eine Spende aus Deutschland. Da die Unterhaltung des RTWs jedoch zu hoch ist, die Starssen für solche Wagen zu schlecht sind und es keinen geeigneten Fahrer gibt, steht dieser momentan unbenutzt auf dem Klinikgelände- wir versuchen eine Lösung zu finden. Die Anstellung eines Fahrers für EIN Jahr würde 1200,- kosten.........
Eingangsbereich der Klink- ein Watchman passt auf, wer die Klinik betritt
Eines der Klinikfahrzeuge




Über den Dächern der Klinik

Hinter diesen Mauern befindet sich die "Bettenstation"- hier werden die Patienten nach Operationen betreut und umsorgt. Die Bettenstation ist nicht mit Deutschland zu vergleichen. Alle Betten befinden sich in einem Raum, eventuell durch Vorhänge getrennt.

Unser Fahrer Alasana


Wartezimmer unter freiem Himmel