Montag, 21. Januar 2013

Klima Gambia

An einem Tag wie heute freut man sich schon auf das Klima in Gambia. Das "Grau in Grau" der norddeutschen Tiefebene kann einen ja in den Wintermonaten zu schaffen machen. Als wir das erste mal nach Gambia geflogen sind, dachten wir: 40 Grad im Schatten- wie sollen wir das überleben? Gibt es in Afrika Air Condition oder Ventilatoren?

Fazit- wir wurden eines Besseren belehrt!

Gambia hat ein tropisch- wechselfeuchtes Klima. An der Küste ist es daher auch in der Hochsaison für Touristen erträglich. Es weht stets ein leichter Wind, welcher für Abkühlung sorgt. Im Landesinneren sieht es jedoch anders aus, hier kann es in der Zeit von März bis Juni  extrem heiß werden. Die optimale Reisezeit nach Gambia ist zwischen November und Februar/März. In dieser Zeit findet auch der Transfer der deutschen Kollegen statt. Außerhalb dieser Zeit ist die Malariagefahr zu groß und auch die Hitze unerträglich. Einige Europäer berichten, dass sie in der Regenzeit nur leicht bekleidet, direkt unter einem Ventilator sitzen. Auch die Nacht bringt kaum Abkühlung.



Im Behandlungsraum der Klinik gibt es, zu unserer großen Freude, einen Ventilator (bei funktionierender Stromversorgung ;-) ), auch wenn dieser nur für minimale Kühlung sorgt.
Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass nicht die Hitze "das Problem" ist, sondern die starken Körpergerüche der Patienten und dagegen hilft leider auch keine Air Condition..... ;-)

Der Wechsel von Trocken- und Regenzeit hat auch noch Nebeneffekte, über die wir uns vorher noch nie so richtig Gedanken gemacht haben. In der Trockenzeit durchdringt der Staub und Sand alle Ritzen. In der Regenzeit wird dieser Staub dann feucht und verklebt zu einem braunen Schlamm. Dies ist vor allem für alle Elektronischen Bauteile ( Platinen usw) extrem schädlich. Häufig halten daher Geräte, Autos..... nur 2-3 Zyklen. Die Reparatur ist häufig nicht möglich und/oder sehr teuer. Es führt dazu, dass die tropischen afrikanischen Landstriche vom Fortschritt ein wenig stärker abgekoppelt sind, als sie es aufgrung ihrer finanziellen Lage ohnehin schon sind.
(MC)


Dienstag, 15. Januar 2013

Noch 10 Tage

Unser Reisegepäck

Jetzt sind es nur noch 10 Tage und dann geht es mit 
CONDOR von Hamburg via Frankfurt nach Banjul.

In dieser Phase ist logistisches Denken gefragt....

Genauso wie in den vergangenen Jahren, gab es wieder eine Menge Firmen, die uns mit Materialien und Medikamenten unterstützen und alles will gut verstaut werden.

Aber auch kleine Geschenke an die deutsche Klinik Leitung Beatrice Weigelt & Gudrun Lehmbeck dürfen nicht fehlen- sehr beliebt sind Schokolade, Zeitschriften und deutsches Brot.

Jeder Platz wird ausgenutzt, die Taschen bis zum Platzen vollgestopft und dann heißt es HOFFEN.

Hoffen, dass die Henkel nicht reißen, die Taschen nicht platzen, die Fluggesellschaft die Kilos ohne Mehrkosten abnimmt, das Gepäck komplett in Banjul ankommt und der gambianische Zoll alle Dinge ohne "Bestechung" später freigibt ;-)

 wir werden berichten.....



Montag, 14. Januar 2013

Wie sind wir zu dem Projekt gekommen?





Von unserem Freund Christoph Köhler vom Nexillis Verlag wurden wir angesprochen, ob wir ihn bei einer Ralley unterstützen wollen. Dies war 2008. Er würde mit einem alten Saab von Dresden nach Banjul der Hauptstadt Gambia s fahren wollen. In Anlehnung an den Ralley Klassiker Paris-Dakar  würde man halt einfach jeweils ein Land weiter fahren. Wir halfen ihm damals mit einigen Benzingutscheinen. Als er zurück war bedankte er sich mit einem kleinen schönen Bildband " Blickwinkel Afrika". Wir erfuhren dann, dass der Sinn dieser Reise nur zu einem Teil der Spaß an der Ralley ist. Die Fahrzeuge, mit denen man dort herunterfährt werden am Ende in Gambia verkauft. Mit dem Erlös des Verkaufs werden vor Ort soziale Projekte unterstützt. Christoph s Vater der Berliner Kieferchirurg Steffen Köhler ist bei der gleichen Ralley auch mit nach Banjul gefahren. Sicherlich ist es auch seinem Sachverstand zu verdanken, dass der Erlös der beiden Köhler Fahrzeuge der finanzielle Grundstock für die Zahnstation in der ASB Klinik in Gambia wurden. Ein Jahr später traf ich die Köhlers wieder einmal. Diesmal war Steffen Köhler ebenso wie wir für eine zahnmedizinsche Fortbildungsveranstaltung in Potsdam gebucht. Beim gemeinsamen Referentenessen berichtet er von dem Fortgang des Projektes und fragte uns, ob wir nicht auch einmal in dieser Zahnstation arbeiten wollten. Spontan sagten wir zu. Als ich Nadine Chales des Beaulieu davon berichtete eröffnete sie mir, dass sie sich schon vor längerer Zeit bei Ärzte ohne Grenzen beworben hätte. Für Zahnmediziner gibt es dort jedoch keine Verwendung.

Dies war der Beginn unseres Afrika Engagements.





Wie man auf diesem Bild sieht ist der Bedarf enorm. 

Mittwoch, 9. Januar 2013

Einreise- Visa und andere Probleme


Banjul Airport


Bei der Einreise nach Gambia ist kein Visa nötig, welches in Deutschland ausgestellt wird. Auf dem Flughafen in Banjul wird dann einAufenthalts-Visa erteilt, welches man in den Pass gestempelt bekommt. Aus diesem Grund ist eine Einreise mit Personalausweis nicht möglich.
Der Flughafen Banjul wird aus Deutschland im Winterflugplan von Condor aus Frankfurt angeflogen. Diesen Flug werden wir dieses Jahr erstmalig ausprobieren. Auf Inititative von Marc Tepel, Pilot bei der Condor, hat uns Condor für den Flug im Januar 2013 die Flüge geschenkt, so dass wir lediglich die Steuern und Gebühren zahlen müssen. In den anderen Jahren sind wir mit Brussels Air geflogen. Die Flüge nach Westafrika sind in der Regel mit Zwischenstopps beispielsweise auf den Kapverden, oder im Senegal. Die Flüge sind vergleichsweise sehr teuer.
Schon im Flugzeug lernt man einen Teil Afrikas kennen. In Plastiktüten werden alle möglichen Kuriositäten aus Europa auf einen anderen Kontinent geschleppt :-). Häufig ältere Menschen, die wahrscheinlich Ihre im Exil lebenden Verwandten besuchen reisen genauso, wie afrikanische Geschäftsleute mit mehreren Handy s bewaffnet.
Endlich nach 6 bis 7 Stunden in Banjul angekommen erwartet uns ein ziemlich mondäner Flughafen. Mit Sicherheit das Prestigeobjekt des Landes. Die Landebahn ist die längste ihrer Art in Afrika. Nicht ohne Grund. Die NASA hat in den 1980 er jahren ein friedliches Land gesucht, um dort eine Ausweichpiste für das Space Shuttle zu bauen, sollte das Shuttle mal auf der anderen Seite der Erde landen müssen. Ich schätze das Abfertigungsgebäude des Flughafens war Teil der Verhandlungen damals.

Baggage claim

Mit ruckeligen Bussen fährt man dann in tropischen Temperaturen zum nicht klimatisierten Abfertigungsgebäude, in dem es ziemlich wuselig zugeht. Nach der Passkontrolle mit professionellen Fragen nach US amerikanischem Vorbild gelangt man zur Gepäckausgabe, wo von allen Seiten helfende Hände auf einen zustürmen, aber auch "Zollbeamte", die alle Gepäckstücke genauestens kontrollieren.
Wir haben immer einige medizinische Materialien und Medikamente im Gepäck. Immer müssen wir ein zwei Schachteln mit Medikamenten als Schmiergeld einplanen, um ohne größere Nachfragen den Zoll passieren zu können.
Freundliche Helfer beim Verstauen der Koffer

Nur rigoroses Ablehnen hilft um nicht zu viele helfende Hände auf dem ca. 50m langen Weg vom Terminal zum Auto zu haben. Schon so hat man garantiert eine Traube von 10 Leuten um sich herum. Ich bin immer froh, wenn Alasana unser treuer Fahrer die zu emsigen Helfer etwas abwehrt und wir dann alles im Auto haben und vom Flughafen in Richtung Klinik fahren. (mc)

Sonntag, 6. Januar 2013

Ärzte helfen e.V.

Seit 2010 unterstützt der Verein Aerzte helfen e.V. die Klinik inGambia.
Im März 2010 wurde eine Zahnbehandlungeinheit zusammen mit einem mobilen Röntgengerät, sowie den grundlegendsten Behandlungswerkzeugen, Medikamenten und Materialien in die Klinik eingebracht.

 

 Seit diesem Zeitpunkt unterstützen deutsche Kollegen das Projekt durch ihre unentgeltliche Arbeit während der Trockenzeit Vorort. In dieser Zeit wird das medizinische Personal (oral Health worker) geschult, um eine gute Versorgung auch während der Regenzeit gewähren zu können.

Der Verein ist auf weitere Unterstützung angewiesen, geplant sind eine zweite zahnmedizinische Behandlungseinheit 2013.


Aerzte helfen e.V.
Konto 7815700
BLZ 300 606 01
apobank (Deutsche Ärzte- und Apothekerbank)


Weitere Informationen unter
www.aerztehelfen.net



Samstag, 5. Januar 2013

german clinic

"1. FC Bundesrepublick"

Die Klinik in Serrekunda, in der sich die Zahnstation befindet wird von 2 deutschen Frauen geleitet. Darüber später mehr. Ausserdem kommen neben uns Zahnärzten und Oralchirurgen noch andere Deutsche in die Klinik, um diese tatkräftig zu unterstützen. Im Volksmund heisst die Klinik in Serrekunda daher auch " German clinic ".  Als ein Patient aus Deutschland uns ein Fußball-Trikotsatz für unseren Gambiaaufenthalt 2010 zur Verfügung  stellte, suchten wir in Serrekunda würdige Abnehmer. Schnell kristallisierte sich heraus, dass unsere Wahl auf eine Mannschaft aus der direkten Nachbarschaft fallen würde. Aus der Nähe zur german clinic erwuchs auch der Name der Mannschaft : "1 FC Bundesrepublick" . Mit einer charmanten orthographischen Stilblüte ;-).
Die Afrikaner sind extrem fußballbegeistert. So muss es in Deutschland in den 50 er Jahren gewesen sein. Nur wenige Gambianer haben einen Fernseher mit Skybox. Die Spiele werden auf Fernsehern in kleineren und größeren Gebäuden gezeigt. Um Zutritt zu erlangen muss man Eintritt bezahlen. Auf Kreidetafeln wird angekündigt, welches Spiel gezeigt wird.  (mc)


Freitag, 4. Januar 2013

Krankheiten und Infektionen

Werbung afrikanischer Hausarzt (Heiler)

Unsere Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Eine der Fragen, die wir immer wieder gestellt bekommen, ist :" Wie schützt Ihr Euch vor Infektionen und Erkrankungen?"

Bevor wir 2010 zum ersten Mal nach Gambia gefahren sind haben wir unsere angestaubten Impfausweise gesucht und etwas ratlos aus der Wäsche geschaut. Dr. Graefe vom Impfcentrum in St Pauli hat uns dann sehr kompetent geholfen und mit nur wenigen Nadelstichen unser Immunsystem afrikatauglich gemacht.
Am Rand der Sahelzone ist es in der Trockenzeit wichtig auf Gelbfieber, Menigokokken und noch einige andere Dinge zu achten. Hepatitis Titer werden bei Angehörigen von Heilberufen ohnehin regelmässig kontrolliert.
Über die Frage der Malariaprophylaxe haben wir uns ausgiebig mit verschiedenen Ratgebern unterhalten. Bisher haben wir Glück gehabt und uns trotz fehlender Malariaprophylaxe keine Erkrankung zugezogen.

Am Anfang waren wir auch bei der Ernährung sehr vorsichtig. Doch mit jeder Grenzerfahrung , die keine starken Folgen hat, verschiebt sich die Grenze. So haben wir in den vergangenen Jahren viele Fische in exotischen Zubereitungsvariationen kennengelernt, die in ziemlich abenteuerlich anmutenden Imbissen, oder direkt auf dem Fischmarkt zubereitet wurden. Ein leichter Durchfall ist für den norddeutschen Verdauungstrakt in Afrika ohnehin normal ;-)

Immer wieder stellt sich die Frage, wie man mit der HIV Problematik in Afrika umgehen soll. Wir denken, der Schutz muß in Afrika genauso erfolgen wie hier. So verhalten wir uns auch.
Nach Aussage des Präsidenten von Gambia, der selber ein Heiler ist, lässt sich Aids mit der Gabe traditioneller Kräuter heilen. Die Heiler sind in den Stämmen der Westafrikaner tief verwurzelt. Bei vielen Erkrankungen wird zB ein Sud aus der Rinde des Affenbrotbaumes gekocht. In der Rinde befindet sich Acetylsalicylsäure (Aspirin). 
Der Text auf dem Fahrzeug oben zeigt welche ärztlichen Dienstleistungen angeboten werden. Wir haben nicht viel Kontakt zu Heilern. Auch nicht in der Klinik. Insofern ist ein Urteil schwierig, ob die Behandlungen zum Erfolg führen. Wie auch in Deutschland gilt bestimmt : " Wer heilt hat recht "
Bei den zahnmedizinischen Problemen sind die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung ja meist einfacher. Aber darüber in einem späteren Blog mehr (mc)